Martin Volck von Diamond Aircraft aus Wiener Neustadt hielt auf dem Segelflugsymposium in Braunschweig einen interessanten Vortrag mit diesem Titel.
Zuerst wiederholte er die bekannten Ergebnisse der Untersuchungen des TUEV-Rheinland über die Unfallhäufigkeit in Deutschland und die hauptsächliche Art der Unfälle.
Im Durchschnitt kamen zwischen 1987 und 1992 jährlich etwa 10 Segelflieger zu Tode und 22 wurden schwer verletzt, wobei der Zusammenstoß in der Luft - also die klassische Unfallart, bei der ein Rettungssystem zum Einsatz kommen kann - nur einen Teil der Ursachen ausmacht. Die meisten Unfälle ereigneten sich in Flugplatz- und in Bodennähe auf überwiegend weichem Grund.
Es gibt inzwischen bereits eine ganze Reihe von Maßnahmen, die nicht nur unseren Sport sicherer machen können. Nicht nur bei spektakulären Unfällen in der Formel 1 wird uns im Fernsehen vorgeführt, dass nach einem furchtbaren Crash der Fahrer oft nur leicht verletzt seinem Boliden entsteigt. Auch im täglichen Unfallgeschehen auf unseren Straßen sehen wir heute Autos, die unglaublich zerstört aussehen und aus denen dennoch der Fahrer zwar benommen aber oft unverletzt heraus kommt. Der Sicherheitsgewinn z. Bsp. eines VW Golf gegenüber einem VW Käfer ist nur allzu offensichtlich! Der Forschungsetat für die Sicherheit allein bei VW ist aber auch um ein Mehrfaches größer als der Umsatz aller Segelflugzeughersteller zusammen genommen! Es gibt also Möglichkeiten und sie stehen auch schon zur Verfügung.
M. Volck hat deshalb eine "Zahlenspielerei" gebracht, indem er Unfallhäufigkeiten mit Kosten ihrer Vermeidung in Beziehung setzte, um damit die oben aufgeworfene Frage zu klären. Er fasste seine Angaben über Kosten und Verfügbarkeit von Rettungseinrichtungen dabei sehr allgemein. Wir dagegen können für unsere Flugzeuge viel konkreter werden:
M. Volck meinte, mit den beschriebenen Maßnahmen die Zahl der Todesfälle um die Hälfte reduzieren zu können. Ich denke, dass bei Einsatz all der Punkte - also einschließlich NOAH - sich die "Rettungsquote" auf 60% erhöhen lassen müsste.
Und jetzt rechnen wir mal:
In Deutschland gibt es 7.000 Segelflugzeuge. Bei 10 Toten im Jahr heißt das, dass ein Flugzeug alle 700 Jahre in einen tödlichen Unfall verwickelt wird. Nun ja, so lange wollte ich eigentlich gar nicht leben!
Ganz anders sieht es aus, wenn man eine Lebensdauer von 35 Jahren unterstellt und sagt:
"Jedes 20. Flugzeug wird einmal in einen tödlichen Unfall verwickelt sein!"
Das klingt schon viel dramatischer. Denn eines ist Ihnen sofort klar:
Wenn man die "Rettungsquote" z. Bsp. von Airbags im Auto dagegen hält, ist diese ungleich geringer. Trotzdem werden sie eingebaut.
Mit welchen Kosten ist nun zu rechnen?
Wir kennen sie für unsere Flugzeuge genau:
Sicherheitscockpit | 3.000,-- Euro |
festes Fahrwerk | serienmäßig |
Gurtbefestigung | serienmäßig |
stoßabsorbierender Schaum | serienmäßig |
Bugkupplung | 1.000,-- Euro |
Knüppelgriff mit Fernsteuerung | 150,-- Euro |
NOAH | 3.500,-- Euro |
Total | 7.650,-- Euro |
Zu Kosten von etwa 8.000,00 Euro können wir also unsere Flugzeugsicherheit signifikant verbessern - im Ausland wird der Preis etwas höher sein. Dazu kommt in Europa die MWSt.
Bei 19 von 20 Flugzeugen ist die genannte Summe eine glatte Fehlinvestition. Aber bei einem rettet sie mit 60% Wahrscheinlichkeit ein Menschenleben. Also gilt:
Wert L = 8.000 x 20 / 0,6 oder:
Ein Segelfliegerleben lässt sich mit einem Aufwand von weniger als 300.000,-- Euro retten - ein unglaublich günstiger Wert!
Wenn man die Minderung des Verletzungsrisikos mit einbezieht, wird die Rechnung noch günstiger!
Was ist ein Segelfliegerleben und was ist die Vermeidung eines Lebens im Rollstuhl wert?
Wenn man diese Rechnungen sieht, müsste man als Hersteller das gesamte Sicherheitspaket zur Serie und damit zur Pflicht erklären. Schon der eigene gute Schlaf wäre mir das wert. Wir können es aber nicht allein machen, weil dann unsere Flugzeuge deutlich teurer wären als Konkurrenzprodukte ohne diese Maßnahmen.
Aber Sie als Kunden haben die Macht, nur Flugzeuge zu kaufen, die alle sinnvoll machbaren Sicherheitsdetails enthalten, und nur durch Ihren Einfluss wird es einen Fortschritt geben!
Helfen Sie mit und entwickeln Sie vor allem Ihr eigenes Sicherheitsbewusstsein!
Ich selbst möchte jetzt sehr persönlich werden und wenn Sie regelmäßig diese Web-Site lesen sollten, wissen Sie, dass ich auch eine deutliche Sprache sprechen kann. Also clicken Sie besser weiter!
Nun gut, Sie wollen es also wissen und haben nicht abgeschaltet!
Ich meine mit dem folgenden nämlich Sie persönlich! Ja Sie dort vorne - Sie haben doch gerade mit unseren Leuten einen Termin für einen Probeflug auf der DG-808B vereinbart. Und Sie da hinten - Ihr Flugzeug ist doch schon bestellt und soll in einigen Monaten geliefert werden! Ich freue mich ja, wenn Sie ein besonders gutes Produkt bekommen möchten und mit glänzenden Augen aus dem Cockpit steigen, um dann mit unserem Verkäufer zusammen die Ausrüstungsliste auszufüllen.
Aber wissen Sie eigentlich, was Sie hier machen?
Sie bestellen bei uns ein Sportgerät - ein "Toy for the Boy" - für vielleicht 110.000,-- Euro oder mehr. Soviel ist Ihnen Ihr Hobby wert und dafür arbeiten Sie ja auch hart und erfolgreich. Aber Ihr Leben - das ist Ihnen offensichtlich nicht soviel wert.
Denn für 300.000 Euro können Sie es retten und erhalten. Soviel Geld haben Sie nicht? Brauchen Sie ja auch nicht, denn wir bieten Ihnen doch eine Versicherung an. Die Prämie beträgt 8.500 Euro - weniger als 10% Ihres Flugzeuges.
Im Leistungsfall zahlen wir Ihnen kein Geld. Aber wir geben Ihnen Ihr Leben! Und Ihre Gesundheit!
Sind Sie vielleicht verheiratet? Kinder? Okay, wir erhöhen unsere Leistung: Wir geben Ihrer Frau noch Ihren Mann dazu, Ihren Kindern den Vater! Kostet keine zusätzliche Prämie!
Wollen Sie aus der hinteren Reihe nicht mal ganz schnell in Bruchsal anrufen, um vielleicht noch solch eine Versicherung zusätzlich zu buchen? Und wollen Sie hier vorn nicht bei der Ausrüstungsliste die Kreuzchen an den entsprechenden Stellen machen?
Ist das jetzt zu flapsig, was ich hier geschrieben habe? Aber ist es nicht wahr?
Meine Frau und ich möchten jedenfalls ruhig schlafen können in dem Wissen, dass wir alles technisch und wirtschaftlich sinnvolle gemacht haben, um unsere Flugzeuge sicherer zu machen. Was das an Entwicklungskosten bisher verschlungen hat, kommt sowieso nie wieder herein!
Und wir möchten auch ruhig schlafen in dem Wissen, dass wir die Überzeugungsarbeit gegenüber unseren Kunden geleistet haben - so intensiv, wie es überhaupt nur geht!
Always happy Landings!
K.-F. Weber
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