DG Flugzeugbau

Wie eine Segelflugzeugfabrik entsteht

Die folgende Geschichte ist nun - Ende 2010 - genau 10 Jahre alt, aber es ist noch immer amüsant zu lesen, wie damals unsere Fabrik entstand, die noch heute die modernste Segelflugzeugfabrik der Welt ist. Es gibt halt so wenige.....Smiley !

Seit 1974 wurden in Bruchsal Am Schollengarten Segelflugzeuge gebaut - und so sahen die Produktionshallen auch aus:
Unorganisch gewachsen über die Jahrzehnte reihen sich um einen Hof insgesamt sieben Gebäude, in denen verschiedene Teile der Produktion untergebracht sind. Im Winter ist es besonders ärgerlich, wenn man dauernd über den Hof  laufen muss, um von einem Arbeitsplatz zum anderen zu kommen.

Außerdem ist es inzwischen viel zu eng und sehr oft stößt man beim Aufbau eines Flugzeuges mit der Flügelspitze zum Beispiel in das Leitwerk eines anderen Rumpfes und verursacht teure Finischarbeiten. Ja - und eine ordentliche Serviceabteilung, wie sie für einen Flugzeughersteller selbstverständlich sein sollte, lässt sich schon aus Platzgründen nicht realisieren. Wenn nur ein Flugzeug in der Endmontage aufgebaut ist, hat kein zweites mehr Platz.

Und schließlich fehlt uns der Flugplatz vorm Hallentor.
Es ist kurios, dass alle vier großen Segelflugzeughersteller keinen eigenen Werksflugplatz haben, den sie benutzen können, ohne jedesmal die Flugzeuge abzurüsten, in den Hänger zu packen, zur Startbahn zu rollen, alles wieder aufzurüsten und nach dem Flug das Ganze wieder rückwärts ablaufen zu lassen. So kann man doch bei den hohen deutschen Lohnkosten nicht arbeiten!

Aber wer hat schon den Mut, angesichts der schwierigen Rentabilitätssituation - unter der alle leiden - eine so große Investition vorzunehmen!?

Nun ja, wir wagen es! Wir glauben fest an die Zukunft unserer Produkte und an den Flugzeugbau in Deutschland und so ist mal wieder eine Menge Geld in die Hand zu nehmen.

Also wir hiermit angekündigt:

DG Flugzeugbau wird im Laufe des Jahres 2000 die modernste Segelflugzeugfabrik der Welt errichten.
Schlüsselübergabe vom Architekten 
soll der 15.12.2000 sein. 
Die Produktion beginnt in den neuen Räumen
am Flugplatz Bruchsal am 8.1.2001 um 7.00 Uhr.

Der folgende Bericht soll Ihnen in Fortsetzungsform zeigen, wie es so läuft.
Da wir ja ausgezeichnete Erfahrung mit der pünktlichen Fertigung von Flugzeugen haben,   wollen wir mal sehen, ob wir wenigsten eine neue Fabrik pünktlich fertig bekommen.

Hier nun eine Art "Tagebuch":
 


Frühjahr 1999:

Es wird immer offensichtlicher: So kann es nicht weiter gehen!
Schließlich wollen wir noch in 20 Jahren Flugzeuge bauen, aber die Situation wird mit steigendem Umsatz Im Schollengarten immer chaotischer. Was gibt es für Möglichkeiten?

Durch den Rückzug der Bundeswehr werden reihenweise Fliegerhorste geschlossen.
Wie hätten wir es denn gern?:

Eine 3.000 Meter lange Asphaltbahn ganz für uns allein mit großen Hangars (15 Meter hoch, unisoliert, Heizkosten exorbitant), preiswerte Immobilie (Baujahr 1950 - stark renovierungsbedürftig / nein, eigentlich Schrott!), Fördermittel der Landesregierung ("Sie wären hier der größte Investor!")?

Hört sich das gut an?
Gehen wir in die Neuen Bundesländer - z. Bsp. Mecklenburg-Vorpommern?
Oder vielleicht an den Niederrhein nach Weeze?

Und dann haben wir mal vorsichtig unsere Mitarbeiter gefragt: "Würdet Ihr evt.......?" Nein, die überwiegende Mehrzahl würde eben nicht mitkommen in ein anderes Bundesland. Zumindest dann nicht, wenn es dort keine schwäbischen Spätzle gibt.

Und dann fragen wir uns nach dem Wert unseres Unternehmens:
Es besteht eben nicht nur aus den Blaupausen und den Formen für Hochleistungsflugzeuge, sondern es besteht auch ganz wesentlich aus dem Wert in den Köpfen und Händen unserer Mitarbeiter. Wenn wir davon 2/3 verlieren - und zwar überwiegend die besonders guten Leute, die jederzeit woanders wieder einen Job finden -, dann stehen wir fast wieder wie 1996 am Nullpunkt.

Das kann es nicht sein!

Also fahren wir an einem schönen Frühlingstag 5 Flugplätze der Umgebung von Bruchsal ab, um dort mal zu schauen, was es für Möglichkeiten gibt. Der Rhein hatte Hochwasser, so standen zwei Plätze gleich unter Wasser. Einer war viel zu teuer, ein Bürgermeister war nicht interessiert und ein Platz war zu weit weg und sah trostlos aus.

Geht auch nicht!

Natürlich hatten wir parallel dazu Kontakte zur örtlichen Gemeinde Bruchsal geknüpft - gleich direkt zu Oberbürgermeister Bernhard Doll. Und da ging es vorwärts! Ich höre noch seine Worte:
"Sie dürfen nicht von Bruchsal weggehen! Jeder Arbeitsplatz, der hier verloren geht, wird nie wieder ersetzt."

Und nach kurzer Zeit wurde uns ein Bauplatz in Aussicht gestellt:
An der Zufahrtstraße zum Flugplatz - allerdings mit der Notwendigkeit, eine Brücke über das Flüsschen daneben zu bauen. Das Land war als Ackerland ausgewiesen und es bestand auf Seiten der Gemeinde keinerlei Absicht, daraus Bauland zu machen - außer wenn wir dorthin gehen würden, denn wir können sonst nirgendwo hin.
Änderung von Bebauungsplan, Flächennutzungsplatz, Zustimmung der Naturschutzbehörde? Alles kein Problem, wenn DG nur bleibt. Glückliches Baden-Württemberg und Bruchsal! Wenn ich da an unsere Kommunalverwaltung in meiner Heimatstadt Bielefeld denke - die hätten das nicht fertig bekommen!

Aber das Land war im Besitz der katholischen Kirche und die darf nach ihren Statuten zwar gern Land als Geschenk annehmen - z. Bsp. als Erbschaft -, aber darf niemals einen Quadratmeter verkaufen. Erbpacht aber wollte ich nicht. Also musste eine Ringtausch her:
Die Gemeinde Bruchsal gibt der Kirche ein vergleichbares anderes Grundstück und bekommt dafür das von uns ins Auge gefasste, welches die Gemeinde dann an uns verkaufen kann. Aber jetzt dürfen Sie mal raten:
Was bekommt die Kirche im Ausgleich für 17.000 qm Ackerland, welches auf lange Dauer Ackerland bleiben wird? Nein! Keine anderen 17.000 qm Ackerland sondern 17.000 qm erschlossenes Gewerbegebiet, so dass die Kirche daran richtig gutes Geld verdient. Anders war der Deal nicht möglich, zu dem sogar der Bischof seinen Segen geben musste. Das Allerhöchste Einverständnis ist uns also sicher! Wenn das keine guten Voraussetzungen sind!

Und was lernen wir daraus?:
Eine Institution, die seit 2.000 Jahren im Immobiliengeschäft tätig ist, hat durchaus schon gelernt, wie es geht......

Und das ist nun unser zukünftiger Bauplatz:

Die Zufahrt erfolgt von der Autobahn mit einem einzigen Abzweig und dann am Kreisverkehr um unser Gebäude herum auf die oben zu sehenden Zufahrtsstraße zum Flugplatz. Wir werden mit unseren Flugzeugen aus der Halle heraus über eine Brücke mit Klappgeländer direkt auf den Flugplatz rollen. Die Startbahn beginnt in der oberen rechte Ecke des Bildes. So muss das sein!

Sie sehen zwei Hochspannungsleitungen das Gelände überqueren. Das sieht zwar nicht schön aus, aber glauben Sie an die Existenz von "Elektro-Smog"? In einer geschlossenen und geerdeten Stahlbauhalle merkt man mit Sicherheit nichts davon und so war das Grundstück immerhin "bezahlbar".


Herbst 1999:

Eine Flächenbedarfsplan wird aufgestellt. Was haben wir? Was wollen wir erreichen? Welche Flächen benötigen wir dann? Daraus zeichnet der Architekt die ersten Rohentwürfe.


Januar 2000:

Unser Architekt, mit dem ich schon mehrere Bauten fertig gestellt habe, hat die Planung fertig und reicht sie beim Bauamt ein.
Es folgen viele viele Gespräche über die Raumaufteilung im Detail. Der wichtigste Plan hängt in der Produktion aus und unsere Mitarbeiter sind aufgefordert, Ihre Vorschläge einzubringen. So "baut" sich jeder seinen eigenen Arbeitsplatz. Der eine möchte eine zusätzliche Wand, der andere eine spezielle Staubabsaugung, der dritte an einem Punkt eine besonders helle Arbeitsfläche usw. usw.
Wer wüsste besser als unsere Mitarbeiter, wie die Arbeitsplätze im Detail ausgestattet sein müssen?

Die Baugenehmigung soll noch im März kommen, aber da wir erst am 1. Mai anfangen wollen, ist es uns nicht so eilig.

Ein spannendes Jahr 2000 liegt vor uns!


Artikel in der örtlichen Zeitung am 17. März 2000:
 

DG baut ein neues Flugzeugwerk am Segelflugplatz
Spatenstich am 1. Mai

Nach 27 Jahren verlässt der renommierte Segelflugzeughersteller "DG Flugzeugbau", den Stadtteil Untergrombach, um mit einem Investitionsvolumen von neun Millionen Mark in ein neues Werk am Bruchsaler Flugplatz umzusiedeln. Gleichzeitig ist geplant, den Mitarbeiterstamm von derzeit 53 Beschäftigten auf 80 langfristig zu vergrößern. Mit dieser guten Nachricht überraschte jetzt Firmenchef Friedel Weber anlässlich einer internationalen Segelflieger-Tagung, in Albuquerque/New-Mexico.

Seit Jahren litt DG Flugzeugbau auf dem Untergrombacher Firmengelände Im Schollengarten unter massiven Platzproblemen: Auf insgesamt sieben Gebäude um einen beengten Werkshof verteilt, gestaltete sich die Produktion der hochwertigen Flugzeuge zunehmend schwieriger. "Wenn wir ein Flugzeug aufgebaut haben, schrammten wir mit Sicherheit irgendwo an eine Gebäudeecke oder ein Leitwerk einer anderen Maschine. Alles zu eng, zu klein, zu veraltet", sagte Friedel Weber, der den 1996 in Konkurs gegangenen Betrieb übernommen hatte.

Kam noch hinzu, dass das gesamte Handling der vom Band gelaufenen Flugzeuge immer unwirtschaftlicher geworden war: Für einen Einflug eines Neuflugzeuges oder einen Kunden- Demonstrationsflug mussten die Segler im Werk abgebaut, in den Anhänger verladen, auf den Segelflugplatz gefahren und dort wieder aufgebaut werden. Nach dem Flug spielte sich das ganze in umgekehrter Reihenfolge erneut ab. Weber: Für einen Flug brauchten unsere Testpiloten bis zu drei Stunden insgesamt. So etwas rechnet sich heute nicht mehr."

Das soll nun anders werden. Am 1. Mai erfolgt auf einem 17.000 Quadratmeter großen Grundstück an der Bruchsaler Industriestraße zwischen Querspange, Otto-Lilienthal-Weg und dem Saalbach der erste Spatenstich für das neue Flugzeugwerk. Dieses entsteht in eingeschossiger Stahlskelett-Bauweise auf einer Fläche von 80 mal 70 Meter, mit 5 000 Quadratmeter Nutzfläche für die Produktion sowie einem zweigeschossigen Bürotrakt mit 800 Quadratmeter Nutzfläche.

Das Pfiffige an der Planung aber ist der direkte Zugang vom Produktionsgebäude über eine 20 Meter breite Brücke über den Saalbach zum Bruchsaler Segelflugplatz. "Das bedeutet, dass wir in nur fünf Minuten eine Maschine aus der Endmontage an der Startbahn haben", erläuterte Firmenchef Weber. Was die Test- und Einflüge angeht, rechnet Friedel Weber höchstens mit 100 Start übers Jahr verteilt.

Dies hängt unmittelbar mit den Produktionszahlen zusammen. So peilt das Unternehmen für 2001 die Herstellung von 50-60 einsitzigen Motorseglern des Typs DG-800 sowie die Fertigstellung von 20 Doppelsitzern der 500er Serie an, die im Rohbau vom Partnerwerk "AMS" im slowenischen Lesce - Bled nach Bruchsal geliefert werden.  Die Herstellung des jüngsten Doppelsitzer-Musters, der DG-1000 soll wieder samt Zulassung, Einflug und Auslieferung in Bruchsal erfolgen. Bis heute sind weltweit 1816 DG-Flugzeuge im Einsatz.

Mit der Fertigstellung des neuen Werkes am 15. Dezember dieses Jahres und der geplanten Aufnahme der Produktion am 8. Januar 2001 will Friedel Weber allerdings auch die Produktpalette seines Unternehmens deutlich ausweiten: 
Neben dem traditionellen Flugzeugbau ist vorgesehen, Fremdprodukte wie Hauben für Solarien, Kunststoff-Formteile in Faserverbundweise oder auch den Golfschläger in Carbon Faser herzustellen. Weber: "Wir sichern damit ein zweites Standbein. Die Nachfrage ist groß und wir haben als Flugzeughersteller in dieser Branche nun mal den besten Ruf!"


Mai 2000:

Auch wenn in der Zeitung der "erste Spatenstich" für den 1.5. angekündigt war, ist auf dem Bauplatz Ende Mai noch nichts zu sehen. Das macht aber nichts, denn die Aufträge sind inzwischen vergeben und die Stahlbau-Teile werden vorgefertigt.

Am 29.5. startet das Tiefbau-Unternehmen mit der Vorbereitung des Bauplatzes, schiebt die obere Bodenschicht beiseite und bringt etwa 15.000 Tonnen Split und Kies als Untergrund für die Halle ein.

Es wird......


August 2000

Inzwischen ist die Baustelle planiert und befestigt, die Baustraßen für den großen Autokran sind fertig und die Fundamente für Stützen und Wände sind gegossen.
Bei unserem Haupt- Auftragnehmer, der Firma Freyler Industriebau soll schon der Stahl vorfabriziert sein, so dass nach einem baldigen Montagebeginn die Halle in wenigen Tagen im Rohbau steht.
 
 


September 2000
 

Ab Mitte September geht es rasant vorwärts. 

Drei Telekräne und zwei Hubwagen heben die vorgefertigten Stahl- und Betonteile an die Montageorte. 

Man kann zusehen, wie der Bau wächst:

E.-M. Weber - die "Bauherrin" ("Baufrau)


Anfang Oktober:

Das komplette Stahlgerüst steht.
Ein beeindruckendes Bild aus der Luft!

......und hier ein Panoramabild, welches Sie sich auch vergrößert ansehen können.


 


30. Oktober 2000

Es geht rasant vorwärts.

  • Der Stahlbauer ist fast fertig,
  • das Dach ist dicht,
  • die Fensterscheiben werden gerade in die Außenfassade eingesetzt.

Jeder hat nur einen Eindruck:

Riesig!


 
 


Mitte November:


Die Teile für die Belüftungsanlage sind fertig für die Montage.

 

Für die Zukunft haben wir ein neues Außenlandefeld:


Anfang Dezember:

Nicht ganz schlecht, oder? Kein modischer Schnickschnack aber sehr gediegenes Aussehen.
Und was das Beste ist: Wir werden pünktlich fertig sein!
 


21.12.2000  18.30:

Im letzten Moment hat es doch noch so ausgesehen, als wenn wir nicht ganz fertig werden würden und der ins Auge gefasste Termin für die Weihnachtsfeier nicht haltbar wäre. Die Baustelle hat in den letzten Wochen immer mehr an Dynamik gewonnen. Nur als dann der Maler Wände streichen wollte, in die der Elektriker die Kabel noch nicht verlegt hatte, weil der Trockenbauer die Wände noch gar nicht aufgestellt hatte - ja da wurde es hektisch!
Die Handwerker arbeiteten bis spät in den Abend - sogar am Samstag, wenn sie am Wochenende nicht nach Hause fuhren.

Am 21. 12. wurde die Halle gefegt, während ein Handwerker noch die Bodenfugen ausfräste......, der Maler benutzte schnell trocknenden Lack für die Toilettentüren, damit unsere Gäste nicht festklebten....., unsere freiwillig arbeitenden Leute rückten nach Feierabend an, um die Halle zu schmücken, und dann, zwei Stunden vor Beginn des Festes war die neue Fabrik von DG Flugzeugbau -

fertig!

Es wurde eine wunderschöne Grundsteinlegung, Richtfestfeier, Einweihungsparty und betriebliche Weihnachtsfeier!


 


So endet hier das "Tagebuch" der Entstehung einer Flugzeugfabrik.
 

Am 17. März 2000 habe ich während der SSA Convention in Albuquerque zum ersten Mal unsere Absicht zu bauen veröffentlicht und gesagt, wir wollten am 8.1.2001 um 7.00 Uhr die Produktion in den neuen Räumen aufnehmen.

Und genauso ist es gekommen.


noch ein Artikel aus der lokalen Zeitung:

DG Flugzeugbau stellte 5.000 Quadratmeter große Werkshalle vor

Kommen zu Flugzeugen noch Zeppeline?"

Sehr gute Auftragslage / Geschäftsführer Weber: Verhandlungen mit Stadt sehr gut

Grundsteinlegung, Richtfest, Einweihung und Weihnachten gleichzeitig feierte die Firma DG Flugzeugbau mit einem glanzvollen Einweihungsfest in ihrem Neubau am Otto Lilienthal Weg mit zahlreichen Gästen; darunter auch Prominenz wie der Ehrenpräsident des Baden-Württembergischen Luftsportverbands, Keuerleber, sowie der Präsident des Weltluftsportverbands FAI, Wolfgang Weinreich.

Geschäftsführer Friedel Weber und seine Frau und Bauherrin Eva-Marie, freuten sich sichtlich, dass der Bau der riesigen Produktionshalle innerhalb eines halben Jahres so schnell über die Bühne gegangen war. Mit den Geschenken der Belegschaft, zwei Cickbords, drehten die beiden spontan eine Runde durch die rund 5.000 Quadratmeter große geräumige Halle, die von der ortsansässigen Industriebaufirma Freyler errichtet wurde.

Noch diese Woche wollen die Mitarbeiter mit dem Umzug vom ursprünglichen Sitz in Untergrombach in den Neubau in unmittelbarer Nähe des Bruchsaler Flugplatzes beginnen: "Am 8. Januar um 7 Uhr ist hier Schichtanfang", versprach Weber, der in seiner Ansprache einen Blick in die Vergangenheit warf:
1996 war der Bielefelder Unternehmer und begeisterte Segelflieger das erste Mal in Kontakt mit der Firma in Untergrombach gekommen, weil er sich für ein Flugzeug interessierte . "Alles war viel zu eng", erinnert sich Weber: "Wenn ein Flugzeug aufgebaut war, ging nichts mehr." Der Geschäftsmann übernahm die Firma und suchte nach einer geeigneten Baumöglichkeit.

Dass er diese in Bruchsal fand, ist nicht zuletzt Oberbürgermeister Doll zu verdanken, der die Bebauung des Grundstücks am Otto Lilienthal Weg, das eigentlich der Kirche gehörte, mit viel Verhandlungsgeschick möglich machte. "Die Zusammenarbeit mit den Bruchsaler Behörden war ausgezeichnet", lobte denn auch Weber, der Bernd Doll als Dank einen Scheck für die "International University" überreichte.

"Für mich ist das alles heute ein großes Weihnachtsgeschenk", freute sich der Oberbürgermeister über den geglückten Neubau und Umzug. "Ich finde, es war eine tolle Tat, die Firma zu übernehmen und neues Leben in dieses Unternehmen zu bringen", sprach Doll dem Unternehmerehepaar und allen am Bau Beteiligten seinen herzlichen Dank aus. Auch der Luftsportverein habe jetzt mit der Flugzeugbaufirma in unmittelbarer Nähe beste Voraussetzungen.

 "Die Auftragslage ist sehr gut", so der kaufmännische Geschäftsführer:
Die nächste Jahresproduktion des, Hauptprodukts der Firma, 50 Segelflieger des Typs DG-808B" die sich mit einem ausklappbaren Triebwerk ohne Hilfe eines Schleppflugzeugs selbst in die Lüfte schwingen können, ist bereits komplett verkauft. Mit diesem Produkt ist DG welt-marktführend. "Wir sind nun erheblich größer und optimierter", freuen sich alle über den Umzug in den Neubau auf einer Gesamtfläche von 17.000 Quadratmetern, dessen Clou eine 20 Meter breite Brücke mit klappbaren Geländern ist, die vom Hallentor direkt zum Flugplatz führt. Neben dem neuen Spitzenprodukt, dem doppelsitzigen Hochleistungssegler DG-1000, sollen in der großen Halle auch Fremdprodukte gebaut werden:
Anfragen von Zeppelinbauern lägen bereits vor!



unsere Brücke ist fertig!

Mit einer Verspätung von immerhin weniger als einem Jahr ist nun auch die Brücke fertig geworden, damit wir mit unseren Flugzeugen direkt aus dem Hangar auf das Flugfeld rollen können. Die Brücke hat zwei Elemente, die sich hydraulisch hochklappen lassen, damit man abends zum Flugplatz hin zusperren kann.

Und weil in Deutschland alles so schön geregelt werden muss, wird jetzt der Acker hinter der Brücke zum Taxiway erklärt und die Fläche vor unserem Hangar zum Flug-Vorfeld. Das Ganze wird tatsächlich im Luftfahrerhandbuch veröffentlicht. Wahrscheinlich müssen wir unseren Gartentraktor, mit dem wir die Flugzeuge über die Brücke ziehen, anschließend schwarz-gelb anmalen und Wilhelm Dirks zu einem Lehrgang als Follow-Me-Fahrer schicken...

Nun ja, die Hauptsache ist, dass wir die Brücke jetzt haben!

- friedel weber -

 

R E G I E R U N G S P R Ä S I D I U M    K A R L S R U H E
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P r e s s e m i t t e i l u n g

 

Karlsruhe, den 27.03.2002/026
Bearbeiter: Alexander Ellinghaus
Telefon: 0721/926-6266                  Telefax: 0721/926-3029
 
 

Regierungspräsidium Karlsruhe genehmigt der Firma DG Flugzeugbau GmbH
die Benutzung des Flugplatzes Bruchsal

Einziger Hersteller von Luftfahrzeugen im Regierungsbezirk Karlsruhe
hat jetzt offizielle Zufahrt zum Flugplatz

Die DG Flugzeugbau GmbH in Bruchsal hat es jetzt schriftlich: Das Regierungspräsidium Karlsruhe genehmigte dem weltweit bekannten Hersteller von Segelflugzeugen und Motorseglern die Nutzung des Flugplatzes an der Autobahnabfahrt Bruchsal für Zwecke des Unternehmens.

Die DG Flugzeugbau GmbH hat ihren Unternehmenssitz von Untergrombach in das Industriegebiet im Südosten des Flugplatzes Bruchsal verlegt. Die neue von dem Unternehmen über den Saalbach gebaute Brücke verbindet das Werksgelände mit dem Flugplatz. Über diesen - in der Fliegersprache „Taxiway“ genannten - Rollweg rollen mittlerweile die in der Firma entwickelten Flugzeuge direkt von der Werkshalle auf den Flugplatz und zurück. Erprobungsflüge der im DG-Werk hergestellten Segler oder Probeflüge von potentiellen Käufern, Kunden und Besuchern sind damit ohne umständlichen Hin-und-Her-Transport des Fluggeräts mit Kfz-Anhängern möglich.

Mit der am 26.03.2002 vom Regierungspräsidium erteilten Erlaubnis darf die DG Flugzeugbau GmbH jetzt offiziell den Flugplatz „zum Zwecke der Durchführung von Werks-, Erprobungs-, Demonstrationsflügen sowie im Besucherverkehr mit Luftfahrzeugen“ benutzen. Die zunächst bis zum 30.11.2005 befristete Genehmigung löst die bisherige vorläufige mündliche Erlaubnis ab und soll dem Unternehmen, das in Zukunft auch einen Service für Ultraleicht-Flugzeuge anbieten will, Investitionssicherheit am neuen Standort Bruchsal bieten.
   


DG Flugzeugbau hat ein neues Wahrzeichen

Ein kompletter Flügelsatz musste zum Ausschuss erklärt werden, weil er unserer Qualitätskontrolle nicht genügte.
Die Beschläge wurden wieder ausgebaut, die Flaperons fest geharzt, die ganze Oberfläche besonders dick mit PU-Lack beschichtet und nun sieht jeder schon von weitem, was wir so den ganzen Tag bauen.

Unsere Leute sind ganz stolz, dass sie das Fundament selbst gegossen haben und dass die Flügel gerade stehen.
Merke:
Wer mit dem Harzpinsel umgehen kann, hat auch vor 8,5 Kubikmetern Beton keine Angst!

- Dez 2003 -

DG-1000 über unserer Fabrik