Moderne Laminarprofile sind durchgängig empfindlicher gegen Verschmutzungen z. Bsp. durch Mücken, als das bei den früheren Profilen der Fall war. Jeder Punkt an der Flügelnase zieht eine Wirbelschleppe hinter sich her bis zur Flügel-Hinterkante und stört die laminare Laufstrecke.
Auf dem nebenstehenden Foto dürfte von einer laminaren Strömung sicher nicht mehr viel übrig sein......
Weil nun mal Mücken unvermeidlich sind und auch ein Einsprühen der Flügelnase mit "Autan" nichts nützt, muss man mit dieser Tatsache leben. Man kann aber mit einem Mückenputzer während des Fluges die Verschmutzungen weitgehend abkratzen. Das ist ganz besonders für Wettbewerbspiloten ein "MUSS".
Auf der anderen Seite schafft das aber wieder neuen Widerstand durch den Bügel des Putzgerätes, der dicht am Rumpf im Luftstrom liegt und dort erheblich die Strömung am Rumpf-Flügelübergang stört.
Was liegt also näher, als eine "Garage" für diesen Bügel zu bauen.
Das klingt leichter als es war:
Es musste ein entsprechender Ausschnitt in den Rumpf gebaut werden, nur war dort leider der Rückenspant im Wege. Im Rahmen der Formänderungen für das konsequente Sicherheitscockpit der DG-808 haben wir aber auch gleich einen entsprechenden Ausschnitt im Rückenspant vorgesehen und eine weitere Aussparung zur Platz sparenden Aufnahme der gesamten "Maschinerie", bestehend aus den Elektromotoren, den Seiltrommeln und der Elektronik.
Wenn Sie nun ohne Mückenputzgerät fliegen und diese Option mit bestellen, können Sie ein Passstück in die "Garage" setzen und abkleben.
Bei montiertem Putzgerät läuft dieses in die Garage und stört nicht mehr den Luftstrom, solange es nicht benötigt wird - eine optimale Lösung.
Übrigens hat die Firma BWS Pirker & Storka auch eine eigene Web-Seite.
Wenn Sie nicht ganz sicher sind, ob Sie später mal ein Putzgerät einsetzen werden, sollten Sie die Option "Garage" vorsichtshalber mit bestellen, denn nachrüsten können Sie sie nicht.

Die Idaflieg hat bei einem ihrer Sommertreffen Messungen durchgeführt, um den Einfluss frei stehender Mückenputzer auf den Gleitwinkel eines Flugzeuges zu untersuchen. Die Ergebnisse sind noch nicht "ausdiskutiert" und stehen zur Veröffentlichung noch nicht zur Verfügung. Immerhin ist bekannt, dass der schädliche Widerstand freistehender Putzerflügel - die also nicht in einer "Garage" verschwinden - unerwartet hoch ist und die Sinkgeschwindigkeit des Flugzeugs messbar erhöht.
Sobald etwas "offiziell" veröffentlicht wird, werden Sie davon bei uns lesen können.
Zum gleichen Thema findet sich im "Aerokurier", Ausgabe 08/98 der folgende Artikel:
Das 18m Flugzeug DG-808C kann jetzt mit versenkbaren Mückenputzern geordert werden.
DG Flugzeugbau in Bruchsal trägt damit als erster Segelflugzeug- und Motorseglerhersteller der Praxis leistungsbewusster Piloten Rechnung, nahezu immer mit Mückenputzern zu fliegen. Mit den Geräten lässt sich die Verschmutzung der Tragflügelnase und die damit einher gehende Leistungseinbuße während eines Fluges minimieren. Die "Mückenputzer Garage" erlaubt nun, die Putzer, die im Ruhezustand ihrerseits eine nicht unerhebliche Widerstandsquelle im Rumpf-Flügel-Übergang darstellen, aerodynamisch günstig zu parken.
Das System baut auf dem handelsüblichen Mückenputzersystem von Pirker & Storka auf.
Für die Einlassungen in der Rumpfkontur, die die Putzerscheren aufnehmen, musste die Struktur des Rumpfes in diesem Bereich modifiziert werden, so dass die Option für die Mückenputzer-Garagen nur für Neuflugzeuge (DG-808C) zur Verfügung steht.
Die Integration der Mückenputzer wurde auch innerhalb des Cockpits fortgesetzt. Dort erinnern nur noch die Bedienschalter an das Flügelreinigungssystem. Die Wickelmotoren für den Einzug der Scheren, die aufgrund ihrer Form vom Fahrtwind zum Außenflügel getrieben werden, sind in der Cockpitrückwand eingelassen. Den Arbeitsplatz des Piloten engen sie damit nicht mehr ein.
Noch ein Hinweis:
Wenn Sie geteilte Flächen haben, werden Sie die Trennstelle mit Klebeband abkleben.
Wenn Sie nicht täglich abrüsten, kann sich nach einigen Tagen das Klebeband an der Nasenleiste in die Trennstelle etwas hinein ziehen und darin bleibt dann der Draht des Mückenputzers hängen und kann vielleicht sogar durchreißen.
Unser Vorschlag:
Nehmen Sie eine starke Klarsichthülle (Wollten Sie sich nicht schon länger ein neues Oberhemd schenken lassen? Die Kragen sind oft mit einem sehr gut zu gebrauchenden Cellophan-Streifen verstärkt!).
Schneiden Sie sich zwei Streifen von etwa 1 x 8 cm Größe und legen Sie die um die Nasenleiste unter Ihr Klebeband. Dann zieht sich das Band nicht mehr in die Lücke und der Mückenputzer gleitet darüber hinweg.
Am zuverlässigsten arbeitet der Mückenputzer im Geradeausflug bei mittleren Geschwindigkeiten in ruhiger Luft - etwa 100 - 120 km/h.
Wenn Sie sehr langsam fliegen, reicht möglicherweise die Luftkraft nicht aus, den Putzer nach außen zu ziehen. Wenn Sie dagegen sehr schnell fliegen, kann der Putzer in starke Schwingungen kommen und wegfliegen.
Und versuchen Sie besser nicht, einen motorgetriebenen Putzer am Boden auszuprobieren.
Sie werden wahrscheinlich einen "Seilsalat" produzieren!

Auszug aus einer e-mail von Ralf Fischer:
Betreff: Südblock-Meisterschaft in Bayreuth
Datum: Thu, 2 Aug 2001 09:32:41 +0200
Von: "Ralf Fischer"
Hallo Friedel,
zuerst einmal vielen Dank, dass ich die DG 800 S in Bayreuth fliegen durfte.
Am zweiten und dritten Tag konnte ich die Tagesaufgaben jeweils als Zweiter beenden was dann auf den ersten Gesamtplatz nach dem dritten Tag reichte.
Besonders zu erwähnen ist der dritte Tag.
Sportleiter Claus Triebel hatte den Mut das grösste je in Europa auf einem zentralen Wettbewerb ausgeschriebene Dreieck mit 775,4 km als Aufgabe zu stellen. Es war auch für mich persönlich der grösste angemeldete Flug. Das ich dann abends auch noch als erstes Flugzeug der 18m Klasse die Ziellinie überfliegen und auf einem völlig leeren Flugplatz landen konnte, war ein besonders erhebendes Gefühl.
Gerade bei diesem langen Flug kamen die elektrischen Mückenputzer besonders zum Tragen. Sehr viele Mücken haben die Gleitleistung erheblich beeinträchtigt und ich war froh, die Nase immer wieder davon befreien zu können. Ganz im Gegensatz zu den manuellen Putzern ist man mit dem elektrischen Antrieb kaum vom Fliegen abgelenkt. Ein echter Beitrag zur Flugsicherheit, da meistens beim Kreisen im Aufwind geputzt wird wo die grösste Aufmerksamkeit dem Fliegen gelten sollte und nicht den Mückenputzern!
Gruss Ralf
Der Prototyp hatte noch konventionelle Mückenputzer. Aber schon der erste, ganz von DG gebaute und verbesserte Rumpf der LS10 bekam "Garagen" angeformt zur Reduzierung des Luftwiderstandes. Diese Ergänzung wird Serienstand werden. Wer sie nicht benötigt, bekommt eine Abdeckung dazu geliefert.
Hier sieht man ein Foto vom Einlegen des Rumpfes in die Schale.
