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Hauptbolzen-Sicherung

Info zum Absturz einer DG-400 in den USA / Pilot Fred Jacobs

Im Mai 1999 ereignete sich in den USA ein Unfall mit einer DG-400, bei dem sich der linke Flügel löste. Glücklicherweise war das Flugzeug so hoch, dass sich der Pilot Fred Jacobs mit dem Fallschirm retten konnte.

Der Pilot berichtete, dass er einen lauten Knall hörte und danach sehen konnte, dass der linke Flügel ca. 20° nach oben stand. Darauf hin nahm das Flugzeug Fahrt auf und der Pilot beschloss mit dem Fallschirm das Flugzeug zu verlassen.

Bei der Untersuchung der Wrackteile wurde festgestellt, dass die komplette rechte Hauptbolzensicherung incl. des Gasfasergewebes, welches das Aluminium Vierkantrohr der Sicherung mit der Rumpfschale verbindet, von der Rumpfschale abgelöst war. Ob dies tatsächlich im Flug vor dem Lösen des Flügels geschah, oder ob der Holmstummel des losen Flügels die Sicherung abgeschlagen hat, ließ sich nicht mehr feststellen. Da die Holmzunge des linken Flügels vorne liegt, könnte sie sehr wohl gegen die Sicherung geschlagen sein.

Der Hauptbolzen kann ohne Sicherung durch die Bewegungen der Flügel nach vorne herausrutschen. Die auf den Bolzen wirkenden Kräfte sind aber sehr gering, solange der Bolzen noch in beiden Holmstummeln steckt, so dass dadurch eine intakte Sicherung nicht von der Rumpfschale gelöst werden kann.

Folglich waren die Hauptbolzen entweder gar nicht gesichert oder die Sicherung hatte sich schon vorher durch eine andere Belastung weitgehend von der Schale gelöst.

Die FAA hatte auf Grund dieses Unfalls eine Überprüfung aller DG-400‘s in den USA bezüglich loser Sicherungen vornehmen lassen. Bei einer DG-400 war tatsächlich das Befestigungsglasgewebe unterhalb der Sicherung lose. Allerdings zeigen die Fotos, dass sich schräg unterhalb der Sicherung Klebstoffreste auf der Rumpfschale befanden, die darauf hindeuten, dass irgend jemand dort mal etwas an die Rumpfschale angeklebt hatte und später wieder weggebrochen hatte. Dabei könnte er auch die Sicherung mit losgebrochen haben.

Unsere Auffassung und auch die von LBA und FAA ist, dass man beim Aufrüsten eigentlich merken müsste, ob die Sicherung lose ist, denn man zieht ja mit einer nicht ganz geringen Kraft am Sicherungsbolzen, damit man den Hauptbolzengriff hinter die Sicherung drehen kann. Das bedeutet, dass man bei jedem Aufrüsten eine Überprüfung dieses Teiles vornimmt.

Empfehlung:

Wir empfehlen allen Besitzern von DG- Einsitzern (bis auf frühe DG-100 haben alle die gleiche Sicherung), sich beim nächsten Aufrüsten die Befestigung der Sicherung an der Rumpfschale genauer anzuschauen.

Fall Sie tatsächlich eine lose Sicherung feststellen, so bitten wir Sie uns zu benachrichtigen und erst nach Reparatur der Sicherung wieder mit diesem Flugzeug zu fliegen.

 

Bruchsal 21.02.2000
Wilhelm Dirks

 

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