DG Flugzeugbau GmbH / Passion, Power + Performance

DG-400: Eine schöne Zeit

Ich bin Deutscher Luftwaffen Offizier und war von 1995 bis 1998 in Ft. Bliss, Texas stationiert. Während dieser Zeit konnte ich viele Flüge mit meiner DG-400 durchführen. Die Segelflieger von El Paso zeigten mir die Besonderheiten des Wüstenfliegens mit ihren Larks und Schweizers in der Umgebung des "West Texas Airport".
Das richtige Segelfliegen begann allerdings erst, als mein eigenes Flugzeug im Juli 1996 ankam und ich die Umgebung erkunden konnte.
Was für ein riesiges Gebiet zum Segelfliegen!

Obwohl wir ein bisschen eingeengt waren durch die Mexikanische Grenze im Süden und das White Sands Raketen-Testgebiet im Norden, konnten wir viele aufregende Flüge machen. Wenn immer es möglich war, flog ich selbst ausgeschriebene Aufgaben wie Hin- und Rückflug, Dreieck oder Vieleck und die Ergenisse waren hervorragend.

Vom Juli 1996 bis zum Ende meiner Stationierung konnte ich 88 Flüge mit zusammen 380 Stunden machen und legte eine Strecke von mehr als 21.000 km zurück. Dreizehn Flüge gingen über mehr als 500 km.

Mein Flugzeug war in einem Hangar nahe der Startbahn untergebracht. Wer weiß, wie einfach eine DG-400 am Boden zu bewegen ist, kann diesen Vorteil abschätzen. Um in die Luft zu kommen, genügten regelmäßig wenige Minuten nach den notwendigen Flugvorbereitungen.

Es ist wirklich sehr eindrucksvoll, Überlandflüge über West-Texas zu machen, insbesondere, wenn man Europäisches Terrain und Wetter gewöhnt ist. Über dieser Landschaft angesichts der vielfältigen Wetter-Phänomene einschließlich Gewitter verliert man nie den Respekt vor Mutter Natur!

Außenlandungen sind natürlich nicht gerade wünschenswert und das ist eben der größte Vorteil eines Stand-By-Motors. Ich brauchte ihn nur recht kurz und in der ganzen Zeit nur viermal zu benutzen. Ich kenne natürlich die Meinung vieler Kollegen über die Benutzung eines Motors, aber ich glaube, dass sie unrecht haben und dass dies der Weg der Zukunft ist.
Das Fliegen eines Motorseglers erfordert all das Können zum Fliegen eines reinen Segelflugzeugs, aber der Motor öffnet zusätzliche Grenzen und erlaubt das Entdecken und Erproben enorm weitreichender Flüge.
Unnötig zu erwähnen, dass Sie auch unabhängiger werden.

Natürlich werden Sie üblicherweise Ihren Flug entlang bekannter Landmarken und Flugplätze planen, soweit das möglich ist. Sehr oft hatte ich das Vergnügen eindrucksvoller Durchschnittsgeschwindigkeiten bei Wolkenhöhen von 8-10.000 ft in guter Thermik. Viele wissen außerdem nicht, dass man im Winter schöne Wellen bei den Franklin Mountains nahe El Paso ausprobieren kann, die uns gelegentlich bis 18.000 ft hoben. Obwohl das für manche, die Wellen in anderen Regionen der Rocky Mountains fliegen, nicht sonderlich aufregend sein dürfte, war es für uns eine schöne Abwechslung.

Ich bin in der ersten Aprilwoche 1998 auch in Minden, Nevada geflogen, als es nach Aussage der Einheimischen höchstens "durchschnittlich" ging. Ich freute mich jedenfalls über meine absolute Höhe von 28.000 ft mit einer Höhendifferenz von 22.000 ft.

Im Oktober 1998 kehrte ich nach Deutschland zurück und weiß, dass ich weiterhin segelfliegen werde mal in alpinem Gebiet und mal im Flachland. Aber ich werde mich bestimmt gern an meine Flüge in den USA erinnern.

Ich möchte meine Dankbarkeit darüber ausdrücken, dass ich dieses einzigartige Segelfliegen genießen durfte mit solch wunderschönen Flügen, die es mir im wahrsten Sinne des Wortes ermöglichten, mit den Adlern zu fliegen.

Ich habe freundliche Menschen getroffen und doch nur einen kleinen Ausschnitt von Amerika erflogen.
Ich hoffe schon bald zurück kommen zu können. Bis dahin bleibt meine Mitgliedschaft in der SSA und ASA auf jeden Fall bestehen und das Soaring Magazine hält die Erinnerung wach.

ECKART WIENSS - Hennef, Germany


Eckart Wienss war bis zu seiner Pensionierung der "Safety General" unserer Luftwaffe.
Er hatte die letzte Entscheidung in Sicherheitsfragen.
Dieser Artikel erschien in der American Soaring Mail und wurde vom Webmaster übersetzt.
 

In Vinon trafen wir uns persönlich

 

Nach oben | Home | Kontakt | Newsletter | Handbücher | Bestellinfo | Ersatzteile | Techn. Fragen | Fragen allgemein