Derzeit werden eigentlich nur drei moderne Doppelsitzer in der Klasse bis 20 Meter produziert: Die ASK 21, der Duo-Discus und die DG-1001. Zwei Typen haben eine zweiteilige Haube, der DuoDiscus hat eine einteilige.
Es wird uns häufig die Frage gestellt, ob wir nicht die DG-505 auf eine einteilige Haube umrüsten wollen, wie wir es schließlich vor Jahren auch mit der DG-100 gemacht haben.
Grundsätzlich ist eine einteilige Haube ästhetisch schön und der Hintermann wird in seiner Sicht nicht durch einen Haubenbügel behindert. Auch die Produktionskosten einer solchen Haube sind eher niedriger als bei einer zweiteiligen Haube.
Aus dem Grund haben wir uns intensiv mit der Frage auseinander gesetzt - insbesondere für die DG-1000/DG-1001.
Dabei kam sehr schnell die Aussage, dass man in der DG-505 auch vom hinteren Sitz eine sehr gute Sicht hat, weil man erhöht sitzt. Dagegen erlebt der Hintermann in einem DuoDiscus eine intensive Spiegelung an der Stelle, wo bei uns der Cockpitbügel sitzt. So ist die Sicht mit unserer zweiteiligen Haube also gar nicht schlechter.
Es ergaben sich bei der Untersuchung aber auch eine Reihe von negativen Punkten für die einteilige Haube:
Die "Scharnierlinie" für zwei benötigte Scharniere an einem nach außen gewölbten Rumpf ist nur sehr schwierig als eine Gerade darzustellen. Das bedeutet in der Praxis, dass beim Öffnen der Haube der rechte Haubenrand sind verklemmen würde. Weil das nicht sein darf, muss man die Cockpit-Seitenwand an der Außenseite abschrägen. Das aber führt wieder zu mangelnder Wind-Dichtigkeit und zu Geräuschen, die man natürlich nicht haben will.
Eine Lösung wäre natürlich eine sich nach vorn öffnende Haube wie bei der DG-800.
Die Haube hätte aber eine Länge von 3,73 Metern und müsste deutlich steiler öffnen als beim Einsitzer, damit der Vordermann noch einsteigen kann. Eine solche Haube würde vom Wind gepackt wie ein Scheunentor und sehr leicht fortfliegen.
Das verwendete Haubenmaterial dehnt sich bei Erwärmung um 0,05 mm pro Grad und Meter Länge aus und zieht sich bei Abkühlung entsprechend zusammen. Das ist physikalisch bedingt und nicht zu ändern. Bei einer Haube von 3,73 Meter Länge und einem Einsatzbereich von -20 Grad beim Wellenfliegen und +50 Grad in der Wüste bedeutet das einen total zu überbrückenden Spalt von 13 mm. Den kann man nicht mehr dadurch ausgleichen, dass die Haube mit etwas Toleranz eingebaut wird. Man könnte eine Konstruktion mit einem aufblasbaren Dichtgummi realisieren oder ein Mylarband über den Spalt kleben wie beim Duo. Damit bekommt man aber nicht die Längenausdehnung an den Scharnieren weg, und uns ist verschiedentlich von Problemen berichtet worden beim Duo-Discus, dass sich bei warmem Wetter die Haube kaum noch schließen ließ.
Wenn man den Lautsprecher in den "Überrollbügel" einbaut, ist die Schall-Abstrahlung des Funks wesentlich besser.
Mindestens in einem Fall hat der "Überrollbügel" der DG-505 wahrscheinlich zwei Piloten das Leben gerettet, als sie in einer Gewitterböe im Landeanflug plötzlich auf den Rücken gedreht wurden und so aufschlugen. Der Cockpitbügel hat gehalten und wahrscheinlich schwerste Kopfverletzungen verhindert.
Aus diesen Gründen - vor allem wegen des letzten - haben wir uns entschlossen, bei der zweiteiligen Haube zu bleiben.
Obwohl: Schön sähe sie ja schon aus ....

Oft passiert es, dass bei der so leise fliegenden DG-1000 dennoch ein Nebengeräusch auftritt: Ein Knarren der Hauben auf den Haubenrahmen.
Nun steht sogar auf der ersten Seite im Handbuch, was dagegen zu tun ist, aber viele Piloten scheinen es nicht zu lesen, denn es kommen immer mal wieder Anfragen deswegen. Deshalb wird hier wiederholt: