LS3 / LS3a / LS3-17

Schon 1975, als die Rennklasse in der Diskussion stand, entwarf Lemke-Schneider als erstes Flugzeug der »unbeschränkten 15-m-Klasse« die LS 3. Sie flog erstmals am 4. Februar 1976. Der Aufbau der Zelle wurde von der LS 1 übernommen. Das auffälligste äußere Kennzeichen waren die über die ganze Spannweite reichenden Querruder-Wölbklappen. Dadurch hatte der Flügel auch keine doppelte Trapezfläche mehr. Bei der deutschen Meisterschaft 1977 belegte die LS 3 sofort den 2. und 3. Platz, 1980 siegte Hans Glöckl in der Standardklasse.

Ab 14. April 1978 wurde die LS 3 nach 145 Flugzeugen zur LS 3 a weiter entwickelt, die mit 17 m Spannweite als LS 3-17 geliefert wird. Im Frühjahr 1981 hatte die Serie bereits 430 Flugzeuge erreicht. Mit der LS 3a konnte eine nochmalige Verbesserung der Steuereigenschaften erreicht werden. Die Querruderkräfte, besonders im Schnellflug wurden geringer. Die Vergrößerung der Seitenleitwerksflosse brachte neben einer besseren Richtungsstabilität auch etwas schönere Kreisflugeigenschaften. Die Überzieheigenschaften konnten ebenfalls noch leicht verbessert werden. Durch die zusätzliche Möglichkeit, die Wölbklappen beim Landeanflug auf 20° zu stellen, ergab sich ein besseres Blickfeld, sowie ein um etwa 10 km/h langsamerer Landeanflug. Auch die Aufsetzgeschwindigkeit wurde deutlich günstiger.

Die Steigflugleistung ist um den Betrag der Gewichtsreduzierung gegenüber der LS 3 leicht verbessert. Die Schnellflugleistungen bei vollem Wasserballast sind gleich geblieben, da die max. Flächenbelastung von 15 kg/m2 geblieben ist. Das um etwa 30 kg reduzierte Gewicht der LS 3a erweitert um diese Differenz die Wasserballastmenge, so dass insgesamt ein etwas größeres Einsatzspektrum erreicht wurde.

Die Montage des Flugzeuges ist durch die jetzt nur noch 67 kg wiegenden Flügelhälften einschließlich eingebauter Wassertanks leichter geworden.

Flügel: GFK-Sandwich in optimierter Bauweise, Flügel für Zeitstandfestigkeit und Oberflächengenauigkeit doppelt wärmebehandelt, Wölbklappen und Querruder in GFK-Schale/Sandwichbauweise, Holmgurte in der Sandwichschale durch gepressten Steg verbunden. Wölbklappen und Querruder auf der Ober- und Unterseite abgedichtet, Bremsklappenantriebe mittels Faltenbälge gedichtet. Neue betriebssichere Wassertanks, heiß vulkanisiert, einfacher Ein- und Ausbau möglich. Automatischer Anschluss für Wasserballast, Bremsklappen und Wölbklappen, manueller Anschluss für Querruder.

Höhenleitwerk: Gedämpftes Höhenleitwerk in GFKSandwichbauweise, Zwangsanschluss für Höhenruder. Rumpf: Voll-GFK-Schale, Rumpfvorderteil doppelschalig, anatomisch günstige Sitzform mit verstellbarer Rückenlehne und Nackenstütze, passend für Piloten bis über 1,90 m Körpergröße, einteilige Haube mit Schiebefenster, Haube ausstellbar mit Spezialkinematik LS 1-f, eingebaute Sperrtopfantenne in der Seitenleitwerksflosse.

Fahrwerk: Gefedertes Einziehfahrwerk in einem zum Rumpf hin luftdicht abgeschlossenen Radkasten montiert, linksseitig angeordneter Bedienungshebel, Fußbremse.

Unter den 33 Flugzeugen der Rennklasse auf der deutschen Meisterschaft 1980 befanden sich nicht weniger als 13 LS 3 und LS 3a. Auf LS 3 stellten 1979 und 1980 Frauen fünf Weltrekorde auf. Die Engländerin Dr. Karla Karel verbesserte am 20. Januar 1980 den nahezu legendären Streckenweltrekord der Russin Olga Klepikova aus dem Jahre 1939 von 749 km auf 949,7 km, nachdem sie bereits am 9. Januar mit 814 km das bis dahin größte, von einer Frau geflogene Dreieck zurück gelegt hatte. Darüber hinaus flog sie am 24.Januar 1980 erneut ein Dreieck von 750 km mit der neuen Rekordgeschwindigkeit von 95,42 km/h und am 12. Februar über 300 km mit 125,87 km/h. Die Australierin Susan Martin besitzt die Weltrekorde über 100 km Dreieck mit 139,45 km/h am 12. Februar 1979 und über 500 km Dreieck mit 133,14 km/h am 29. Januar 1979.

Die LS 3-17 schließt die Lücke zwischen den 15 m-Rennklasseflugzeugen und der Offenen Klasse. Es ist ein Flugzeug, das aus einer normalen LS 3-a besteht, welche durch Aufsteckflächen von je einem Meter auf 17 m Spannweite vergrößert werden kann. Da die sehr gute Leistung der LS 3-a durch das dann vergrößerte Seitenverhältnis nochmals einen Gleitzahlgewinn von ca. 3 Punkten, verbunden mit einem ca. 5 cm geringerem Sinken, ergibt, können hervorragende Flugleistungen erzielt werden.

Um die 17 m Version nicht unnötig im Gewicht zu erhöhen, (Holmverstärkung wäre sonst nötig), kann die LS 3-17 nicht mit Wasserzuladung geflogen werden.

Der Text dieses Beitrages stammt aus dem Buch „Die berühmtesten Segelflugzeuge“ von Georg Brütting
(6. Auflage 1986 ISBN 3-87943-171-x).
Der Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Motorbuch Verlages.

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