Die Trimmbox der DG-1000 / DG-1001

Die Schwerpunktlage eines Segelflugzeugs kann einen beträchtlichen Einfluss auf die Flugleistungen und -eigenschaften haben. Solange es innerhalb seiner erprobten Fluggewichte und Schwerpunktlagen betrieben wird, ist ein Segelflugzeug immer sicher zu fliegen. Allerdings ist der Schwerpunktbereich, innerhalb dessen ein Segelflugzeug leistungsoptimal betrieben wird, deutlich kleiner.
Da die Schwerpunktlage durch die Zuladung des Flugzeugs verändert wird, gibt es grundsätzlich zwei Notwendigkeiten, die Lage durch zusätzliche Trimmgewichte zu verändern- beim Tanken von Wasserballast und bei unterschiedlicher Cockpitzuladung. Letzteres trifft ganz besonders für den Doppelsitzer zu, da er ein sehr breites Spektrum an Zuladungsvarianten abdecken muss.

Wasserballast

Bei nahezu allen Segelflugzeugen liegen die Wasserballasttanks vor dem Hauptholm, also vor dem Schwerpunkt. Das ist nicht schön aber unvermeidlich. Im Holm können sie nicht liegen und dahinter ist die Steuerung. Also baut man Wassersäcke davor ein oder schafft den Tank dadurch, dass man Teile des Flügels wasserdicht ausführt. Letzteres hat erfahrungsgemäß oft zur Folge, dass sich nach einigen Jahren die Lage der Tanks von außen abzeichnet.
Wenn aber der Wasserballast vor dem Schwerpunkt liegt, verändert sich dieser natürlich beim Befüllen. Zum Ausgleich dafür gibt es im allgemeinen einen zusätzlichen Hecktank.
Nun muss noch dafür gesorgt werden, dass niemand das Ballastwasser im Flügel ablässt und den Hecktank vergisst, denn das könnte zu einer sehr weit rückwärtigen Schwerpunktlage führen.
Deshalb müssen die Wasserhähne so gebaut sein, dass man die Flügelballasttanks nur gemeinsam mit dem Hecktank öffnen kann. Diese Forderung wird auch durch die Zulassungsbehörden gestellt.
Soweit, so gut und das ist alles nichts Neues. Die DG-1001 hat auch einen ganz normalen Hecktank zum Ausgleich der erwähnten Lastigkeitsänderungen durch Wasserballast im Flügel.

Zuladung im Cockpit

Ebenso wichtig ist aber die Berücksichtigung des unterschiedlichen Beladungszustandes im Cockpit. Normalerweise wird ein Flugzeug so ausgeliefert, dass die Mindestzuladung im vorderen Sitz von etwa 70 KG beträgt. Eine Veränderung durch vorderen Piloten/Passagier wirkt sich beim Doppelsitzer aufgrund des langen Hebelarms stärker aus als beim Einsitzer.
Unterschiedlich ist auch die Auswirkung des zweiten Piloten. Bei einer alten K7 saß der noch fast im Schwerpunkt mit der Folge, dass er nur schlecht zur Seite sehen konnte. Bei neueren Mustern sitzen beide Piloten weiter vorn vor dem Schwerpunkt. Bei der DG-1001 braucht es z. Bsp. 1/10 des Gewichts des zweiten Piloten als Gegengewicht im Heck, wenn der die Trimmlage nicht verändern soll. Dazu kann man natürlich einen entsprechend großen Hecktank einbauen und bei jedem Pilotenwechsel Wasser ablassen oder nachfüllen. Aber wer tut das schon?

Die DG-505 war immerhin schon etwas weiter, indem zwei Hecktanks angeboten wurden – einen zum Ablassen zusammen mit dem Wasserballast und einen zweiten zur Optimierung der Schwerpunktlage bei unterschiedlicher Beladung.
Nur ist das Hantieren mit Wasserkanistern eben nicht so schön und besonders glücklich sind mit dieser Lösung – die ja immerhin schon ein Fortschritt war – nur wenige gewesen.

Also haben wir uns die Lösung mit einer Trimmbox ausgedacht:
Ein Fach mit sechs Einschüben fasst 6 genau passende Messinggewichte von 4 x 2,4 und 2 x 1,2 KG – zusammen also etwa 12 KG. Messing haben wir gewählt weil es schwerer ist als Eisen und härter als Blei. Bleiklötze würden mit Sicherheit Probleme bringen. Lassen Sie nur mal einen auf eine Ecke fallen, dann passt er anschließend bestimmt nicht mehr. Und die Passung muss natürlich sehr genau sein, weil die Klötze sonst nicht fest liegen.
Die Box wird mit einer durchsichtigen Platte verschlossen, so dass Sie sofort den Beladezustand erkennen. Der Verschluss wie auch die ganze Box muss außerdem sehr stabil sein. Schließlich ist das Heck des Flugzeugs bei der Landung manchmal recht harten Schlägen ausgesetzt. Das alles bedeutet nicht unerheblichen zusätzlichen Bauaufwand, der uns allerdings angesichts der Wichtigkeit einer korrekten Trimmung notwendig und sinnvoll erschien.
Und aus Sicherheitsgründen bekommt die DG-1001 noch eine elektronische Anzeige des Beladezustands im Cockpit. Selbst wenn Sie deutlich von außen sehen können, ob Sie Gewichte in der Trimmbox mitführen, wird es dennoch einmal vorkommen, dass der Pilot angeschnallt im Flugzeug sitzt und sich verzweifelt fragt: „Habe ich jetzt die Gewichte heraus genommen oder nicht?“
Dann drückt er auf einen Taster und die Leuchtdiode daneben zählt ihm vor, wie viele Gewichte noch in der Box vorhanden sind.

 

 

Die Messingklötze sind gleichzeitig als Trimmgewichte vorn zu verwenden, wenn ein sehr leichter Pilot allein fliegt und – womöglich noch bei einem ersten Alleinflug – die gleiche Schwerpunktlage wie beim doppelsitzigen Flug erreicht werden soll. Ein unbequemes Bleikissen, wie bei manchen anderen Mustern, wird auf diese Weise überflüssig. Wenn man mit Heckballasttank und Gewichten sorgfältig nach Handbuch die Maschine auf die hintere Grenze der Schwerpunktlage trimmt – dann kann eine DG-1001 auch trudeln! Und darauf warten viele Fluglehrer doch schon lange. Wie sonst soll man seinen Schülern heute noch das Trudeln beibringen?

Die eigentliche Trimmbox ist serienmäßig verbaut. Die speziellen Gewichte müssen dagegen als Option erworben werden.
Zu den Gewichten liefern wir eine sehr praktische Box aus Buchensperrholz zur Aufnahme der Gewichte.

 

 

 

 

 

 

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