LS3

VON THOMAS BERGMANN
veröffentlicht im Magazin „Segelfliegen“ im Jahre 2004

Nach dem großen Erfolg mit der LS1 in der Standardklasse sollte die LS3 mit dem gleichen Rumpf, aber einem neuen Tragflügel mit Wölbklappen der Egelsbacher Firma Rolladen-Schneider einen weiteren Erfolg bringen. In der Rennklasse liegt die LS3 nach Zulassungen immer noch auf dem dritten Platz. 156 Stück sind zur Zeit in Deutschland einsatzbereit. Davor liegen nur die ASW 20 und LS8.

Der Rumpf stammte von der bewährten LS1-f mit nach vorn öffnender, einteiliger Haube, abgedichtetem Einziehfahrwerk mit Gummifederung und Fußbremse und einem T-Leitwerk mit gedämpften Höhenruder. Das Cockpit war doppelschalig ausgeführt, Kopfstütze und Sitzlehne waren verstellbar. Bei der LS3-a wurde dann das Seitenleitwerk vergrössert, um die Stabilität beim Kurbeln und im Geradeausflug zu verbessern.

Die „Flaperons“ über die ganze Flügelhinterkante, eine Kombination aus Wölbklappen und Querrudern unterschieden das 1976 erschienene erste Flugzeug der neuen Rennklasse von Ihrer Standardklassen-Schwester LS1. Die für Rolladen-Schneider untypischen ganz geraden Vorder- und Hinterkanten des Flügels gaben dem Flugzeug ein elegantes Flugbild. Das als Massenausgleich in den Wölbklappen verbaute Schwermetall sorgte aber für Unmut bei den Fliegern, die die 85 kg schweren Flügelhälften montieren durften und gab der „LS-Blei“ nicht nur ihren Spitznamen, sondern auch ein recht hohes Leergewicht von 270 kg. Alle Anschlüsse funktionieren automatisch. Das verbaute Wortmannprofil FX 67-K-170 ist sehr verbreitet im Segelflugzeugbau und der relativ dicke Flügel ermöglicht gutes Steigen allerdings auf Kosten der Schnellflugeigenschaften.  Der Ruderspalt ist mit einer Folie abgedichtet. Nach oben ausfahrende und sehr gut wirkende Schempp-Hirth-Luftbremsen erleichtern die Anflüge. Das Ausfahren der Bremsklappen stellt die Wölbklappen automatisch in die Landestellung.

Die dann ab 1978 gebaute LS3-a verzichtete auf den Massenausgleich in den Wölbklappen, so daß das eingesparte Gewicht für eine von 120 auf 150 kg erhöhte Wasserballastmenge zur Verfügung steht. Mit den optionalen 17-m-Aufsteckflügeln ist dagegen kein Wasser in den Tanks erlaubt, da die Flügel in GFK-Sandwichbauweise sonst einen verstärkten Holm gebraucht hätten. Die Klappen konnten bei der 3-a für einen langsameren Landeanflug auch auf 20° gestellt werden und die nötigen Queruderkräfte konnten reduziert werden, da Klappen und Querruder wieder getrennt wurden. Allerdings müssen die Querruder wieder manuell angeschlossen werden. Inzwischen sind auch Winglets für die Drei zugelassen.

Bei den deutschen Meisterschaften 1980 flogen 13 von 33 Piloten in der Rennklasse eine LS3 oder 3-a. Zu dieser Zeit wurden damit auch fünf neue Frauen-Weltrekorde aufgestellt, der Speedrekord auf dem 500 km Dreieck mit 133,14 km/h von Susan Martin aus Australien wurde bis heute nicht übertroffen.

1983 löste die neue LS6 die alte Rennklassenmaschine nach 429 gebauten Flugzeugen ab.

Gebraucht wird die LS3-a momentan zwischen 20 und 22.000 Euro inklusive Hänger angeboten. Allerdings befindet sich der Wölbklappenflieger überwiegend in privater Hand und ist deshalb nicht sehr häufig auf dem Markt. Aktuell sind in Deutschland 59 LS3, 69 LS3-a und 28 LS3-17 zugelassen.

 

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