DG-300

Die elegante DG-300 von Glaser Dirks, seit 1996 DG Flugzeugbau, ist einer der beliebtesten Standardklasse-Segler. 183 Stück sind aktuell in Deutschland zugelassen. Insgesamt wurden bis Anfang diesen Jahres 511 Stück in vier Varianten in Slowenien bei AMS-Flight, früher ELAN, gefertigt.

 

Foto: Luc Dubelaar

 

Wilhelm Dirks arbeitete während seines Studiums des Maschinenbaus an der TH Darmstadt ab 1968 in der dortigen akaflieg und begann 1970 mit der Entwicklung eines einsitzigen Standardklasseflugzeuges in Kunststoffbauweise. Das Projekt bekam die Bezeichnung D-38 und erlebte am 19. Dezember 1972 seinen Erstflug. Um eine Serienfertigung auf die Beine zu stellen, suchte Dirks sich mit Gerhard Glaser, den er auf einem Segelflugwettbewerb kennengelernt hatte, einen Partner mit Kapital und sie gründeten 1973 nach Abschluss seines Studiums die Glaser-Dirks Flugzeugbau GmbH.

Das neue Flugzeug bekam die Bezeichnung DG-100 und startete schon im Mai 1974 zum ersten Flug. Ab 1979 fertigte die Firma ELAN in Slowenien die DG-100 ELAN.

1983 begann dann in Slowenien die Fertigung der Nachfolgerin DG-300 in vier Varianten. Sie wurde als Elan, Elan Acro, Club Elan und Club Elan Acro angeboten.

Wilhelm Dirks entwickelte das neue Flugzeug zusammen mit seinem damaligen Mitarbeiter Alwin Güntert und schon der Prototyp wurde von ELAN gebaut. Der Rumpf basiert auf dem der DG-100, hat aber ein anderes T-Leitwerk mit gedämpftem Höhenruder und Ballasttank in der Seitenflosse und wurde 20 cm kürzer. Die sehr grosse Haube ermöglicht eine konkurrenzlose Rundumsicht und gibt dem Flugzeug eine unverwechselbare Silhouette. Allerdings gewährt sie auch der Sonne ungehinderten Zugang und erfordert dunkle Beinkleider, um Spiegelungen zu vermeiden. Die Sitzposition ist flach, aber bequem mit einer verstellbaren Kopfstütze und zum ausgezeichneten Cockpit der DG-101 kam nur 2 cm mehr Breite und der Wasserablasshebel hinzu. Die Kombischleppkupplung in Radnähe wurde später durch eine Bugkupplung ergänzt, die den F-Schlepp erleichterte.

Foto: von Hubert Raaf

Die Tragflächen aus GFK erhielten ein von Dirks modifiziertes HQ-Profil und einen verbesserten Grundriss mit gerader Vorderkante und mehrfach geknickter Endleiste und als erstes Serienflugzeug Blasturbulatoren. Die ca. 900 winzigen Löcher auf der Flügelunterseite erzwingen den Strömungsumschlag an einer genau definierten Stelle des Laminarprofiles, verringern den Widerstand und tragen damit zu einer Leistungsverbesserung bei. Die DG-300 bekam neue Übergänge zwischen Flügel und Rumpf und alle Ruder und Klappen verbinden sich automatisch beim Aufrüsten. Die grossen Schempp-Hirth-Luftbremsen fahren nur nach oben aus und ermöglichen auch steile Anflüge.

Wassertanks in zwei verschiedenen Ausführungen wurden angeboten mit 130 kg oder 190 kg Fassungsvermögen, die von der Flügelunterseite befüllt wurden und eine Flächenbelastung bis zu 51 kg/m² erlaubten.

Die Club-Versionen hingegen wurden ohne Einziehfahrwerk, Ausblasung und Wassertanks ausgeliefert. Später wurden bei der DG-303 auch wahlweise Winglets oder normale Randbögen angeboten und das Profil der Flügelunterseite nochmals verbessert.

Die Acro-Versionen unterscheiden sich durch eine verstärkte Struktur, Kunstflug darf nur mit den normalen Randbögen und ohne Wasserballast betrieben werden.

2005 wurde ELAN an AMS-Flight verkauft und übernahm auch den Vertrieb der DG-303 AMS selbst. DG-Flugzeugbau, schon seit 1996 in den Händen von Friedel Weber mit Wilhelm Dirks als Entwicklungsleiter, wurde zum Vertriebspartner in Deutschland.

Die Produktion der DG-303 ist zum Jahresende 2005 ausgelaufen. Bis dahin wurden 511 DG-300 ausgeliefert.

Gebrauchte DG-300 sind sehr gefragt und die Preise bewegen sich um die 30.000 Euro. Von der ELAN ACRO wurden nur 42 Stück gebaut, davon sieben in der Clubversion und wer eine hat, gibt sie warscheinlich nicht mehr her.

 

von Thomas Bergmann

veröffentlicht im Magazin „Segelfliegen“ 2007

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